Nachhaltigkeitsmanagement |
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Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2026: Ein Event voller Nachhaltigkeitsenergie

Verfasst von Sven Rückert

Neue Regeln, europäische Perspektive und Chancen für Unternehmen

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) entwickelt sich weiter: Mit der Ausschreibung für 2026 richtet sich der Wettbewerb konsequent auf den künftigen European Sustainability Award aus. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur neue Bewertungsmaßstäbe, sondern auch die Chance, sich künftig auf europäischer Ebene als Vorreiter nachhaltigen Wirtschaftens zu positionieren.

Doch was genau ändert sich und welche Bedeutung haben die Neuerungen für Nachhaltigkeitsverantwortliche? Und welche Erfahrungen habe ich beim #DNP gemacht?

Vor 3 Jahren war ich zum ersten Mal beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Und was mir bis heute in Erinnerung geblieben ist, ist nicht die Preisverleihung selbst, sondern vor allem die Stimmung und Energie vor Ort.

Hier treffen sich Menschen, die Nachhaltigkeit nicht nur als Aufgabe auf der To-do-Liste sehen. Viele der Unternehmen, die dort vertreten sind, beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit Nachhaltigkeit. Sie haben Strukturen aufgebaut, Prozesse verändert, neue Ideen entwickelt und Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in ihrem Geschäftsmodell verankert.

Genau das macht den Austausch so spannend. In den Gesprächen geht es nicht um oberflächliche Botschaften oder schöne Nachhaltigkeitsclaims, sondern um echte Erfahrungen aus der Praxis: Was funktioniert? Wo hakt es? Wie überzeugt man intern? Wie bringt man Nachhaltigkeit aus der Strategie tatsächlich in den Unternehmensalltag?

Für mich war besonders wertvoll zu sehen, wie weit einige Unternehmen bereits sind – und gleichzeitig zu merken, dass viele Herausforderungen sehr ähnlich sind. Ob Klimadaten, Lieferketten, Ressourcen, Reporting oder interne Kommunikation: Viele Nachhaltigkeitsmanager stehen vor vergleichbaren Fragen. Beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis entsteht dadurch ein Austausch, der ehrlich, offen und sehr praxisnah ist. Dafür ist der 2-tägige Kongress da. 

Und natürlich gibt es dann noch die Preisverleihung. Denn bei all der Arbeit und dem Einsatz darf man sich auch einmal selbst feiern. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen es für Nachhaltigkeitsmanager nicht immer einfach ist.

Seit meiner ersten Teilnahme ist einiges passiert. Wirtschaftliche Unsicherheiten, Krisen und die Diskussion um Bürokratieabbau (Stichwort Omnibus) haben die Nachhaltigkeitsdebatte verändert. Auch der DNP wurde kritisch hinterfragt. Doch gerade solche Momente zeigen: Nachhaltigkeit bleibt in Bewegung. Denn trotz aller Widerstände wurde weitergearbeitet, wurden neue Wege gefunden und Fortschritte gemacht. Wir alle haben uns weiterentwickelt – und der #DNP.

Der DNP entwickelt sich weiter

Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Regulatorische Anforderungen, Erwartungen von Investoren und Kunden sowie der zunehmende internationale Wettbewerb verlangen nach belastbaren Strategien und einer nachweisbaren Wirkung.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis trägt dieser Entwicklung Rechnung. Mit der Ausrichtung des Wettbewerbs auf europäische Standards stehen künftig nicht nur einzelne Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage, wie Unternehmen nachhaltige Transformation mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden.

Dr. Otto Schulz, Vorstand der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V., bringt diese Entwicklung auf den Punkt:

„Gerade jetzt kommt es darauf an, Nachhaltigkeit als Teil unternehmerischer Stärke und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit zu verstehen, nicht als Zusatz oder Bürde. Unsere Jurys zeichnen Unternehmen aus, die Transformation zu wirtschaftlichem Erfolg machen.“

Wenn Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsfaktor wird, muss sich auch der Wettbewerb weiterentwickeln. Genau deshalb schlägt der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ein neues Kapitel auf – mit einem modernisierten Bewertungsverfahren und einer klaren europäischen Perspektive.

Neue Bewertungsregeln mit europäischer Perspektive

Das Bewertungsverfahren des DNP Unternehmen wurde umfassend weiterentwickelt und orientiert sich bereits an den Kriterien des zukünftigen European Sustainability Award.

Die Gewinner des DNP Unternehmen 2026 erhalten künftig den Titel „National Champion Germany“ und qualifizieren sich automatisch für den europäischen Wettbewerb im Jahr 2027. Dort treten sie gemeinsam mit den National Champions anderer europäischer Länder an.

Damit gewinnt die Auszeichnung deutlich an internationaler Relevanz und ermöglicht Unternehmen eine Einordnung ihrer Nachhaltigkeitsleistungen im europäischen Vergleich.

Fünf Transformationsfelder stehen im Mittelpunkt

Die Jury bewertet Unternehmen anhand ihrer tatsächlichen Beiträge zur nachhaltigen Transformation in 5 zentralen Bereichen: Klima, Ressourcen, Natur, Arbeit & Gesellschaft. Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Fokus:

  • nachweisbare Wirkung
  • Innovationskraft
  • Skalierbarkeit der Lösungen
  • Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette
  • Geschwindigkeit der Transformation
 

Im Vordergrund steht nicht die Anzahl einzelner Nachhaltigkeitsmaßnahmen, sondern deren tatsächlicher Beitrag zur langfristigen Entwicklung des Unternehmens und seiner Stakeholder.

3 Größenklassen sorgen für mehr Vergleichbarkeit

Eine wichtige Neuerung betrifft auch die Einteilung der teilnehmenden Unternehmen. Erstmals erfolgt die Bewertung in drei Größenklassen:

  • SMEs (kleine und mittlere Unternehmen)
  • Large Companies
  • Corporations

Dadurch werden Unternehmen künftig mit Organisationen vergleichbarer Größe bewertet. Das erhöht die Aussagekraft der Auszeichnung und schafft fairere Wettbewerbsbedingungen.

Warum der DNP auch für ESG- und Nachhaltigkeitsmanager relevant ist

Unabhängig davon, ob ein Unternehmen eine Bewerbung plant, lohnt sich ein Blick auf die neuen Bewertungskriterien.

Viele der abgefragten Themen decken sich mit den Anforderungen moderner Nachhaltigkeitsstrategien und regulatorischer Entwicklungen wie der CSRD oder den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). 

Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsleistung systematisch erfassen und steuern, können den Bewerbungsprozess gleichzeitig nutzen, um:

  • die eigene Transformationsleistung kritisch zu bewerten,
  • Verbesserungspotenziale zu identifizieren,
  • ihre ESG-Kommunikation zu schärfen,
  • Vertrauen bei Kunden, Investoren und Geschäftspartnern zu stärken und
  • ihre Position im europäischen Wettbewerbsumfeld einzuordnen.

Mein Fazit zum DNP

Der DNP ist weit mehr als nur der größte Nachhaltigkeitswettbewerb in Deutschland. Natürlich ist jede Auszeichnung ein Grund, stolz zu sein – und das völlig zu Recht. Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch im Zusammenspiel aus Kongress, MasterClasses und den vielen persönlichen Gesprächen vor Ort.

Hier trifft man auf Unternehmen, die Nachhaltigkeit nicht nur kommunizieren, sondern bereits tief in ihrer DNA verankert haben. Dieser offene Austausch liefert Einblicke, die im Arbeitsalltag oft fehlen, und zeigt, wie unterschiedlich Unternehmen ähnliche Herausforderungen angehen. Man erhält viele wertvolle Impulse, neue Perspektiven und konkrete Ideen für die eigene Arbeit.

Genau das macht den DNP so besonders: Man reist nicht nur mit neuen Erkenntnissen, sondern auch mit neuer Motivation nach Hause. Die Begeisterung, mit der so viele Menschen Nachhaltigkeit aus voller Überzeugung vorantreiben, ist spürbar – und ansteckend. Nach zwei Tagen voller inspirierender Begegnungen geht man mit frischer Energie, neuen Ideen und dem Gefühl, gemeinsam wirklich etwas bewegen zu können.

Jetzt noch am Wettbewerb teilnehmen!

Bewerben können sich Unternehmen jeder Größe, die in Deutschland tätig sind und in mindestens einem der fünf Transformationsfelder besondere Leistungen nachweisen können.

Die Teilnahme bietet weit mehr als die Chance auf eine Auszeichnung. Sie ermöglicht Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsstrategie sichtbar zu machen und ihre Transformationsleistung anhand eines anerkannten Bewertungsrahmens einordnen zu lassen.

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