Biodiversitätsmanagement |
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Förder­programme Biodiversität: So wird der Biodiversitäts­check & Co gefördert.

Verfasst von Lukas Roth

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Das Biodiversitätsmanagement steckt noch in den Kinderschuhen. Zumindest, wenn man sich die ESG-Maßnahmen von Unternehmen anschaut. Während der Klimaschutz in den letzten Jahren nahezu in jede Unternehmensstrategie Eingang gefunden hat, ist die Biodiversität häufig noch ein Thema für “early adopter”. Auch die inzwischen zu Omnibus aufgeweichte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat daran wenig geändert. Doch es gibt viele Wege, wie Unternehmen aktiv werden können, um die Biodiversität zu fördern – und das nicht nur durch eigene Investitionen, sondern auch mit der Unterstützung von Fördermitteln.

Fördermöglichkeiten für Unternehmen

Es gibt eine Vielzahl an Förderprogrammen. Diese reichen von großen Förderbanken wie der KfW bis hin zu kleineren Fonds von Kommunen und Stiftungen. Auch staatliche Programme spielen eine wichtige Rolle. Vom Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ bis hin zu spezifischen Fördermitteln auf Landesebene ist das Angebot groß. Häufig lässt sich hier ein passender Topf finden, der genau zu den eigenen Bedürfnissen und Zielen passt.

Für die Durchführung eines Biodiversitätschecks selbst gibt es aktuell nur wenige Programme, die direkt diese Analyse fördern. Oft wird der Check jedoch als Teil der förderfähigen Voruntersuchungen anerkannt, wenn er im Rahmen einer größeren Maßnahme – wie Entsiegelung, Begrünung oder Artenförderung – durchgeführt wird.

Das KfW-Förderprogramm ist beispielsweise ausschließlich für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) gedacht. Zudem hängt die Förderhöhe stark von den geplanten Maßnahmen ab und ist primär ein zinsfreies Darlehen. Es gibt jedoch auch KfW-Programme, die für Unternehmen jeder Größe offenstehen – wie die KfW 240 „Natürliche Klimaschutzmaßnahmen“, die biodiversitätsfördernde Gestaltung von Grün- und Außenanlagen, das Einbringen von Habitat-Elementen und -strukturen, Entsiegelung sowie Begrünung an Gebäuden fördern. Für Kommunen existiert zudem die landesweite KfW-Förderung 444, die gezielt Grünflächen für die heimische Artenvielfalt unterstützt.

In Baden-Württemberg gibt es die Stiftung Naturschutzfonds, die Unternehmen bei größeren biodiversitätsfördernden Maßnahmen unterstützt, etwa in den Bereichen Arten- und Biotopschutz, Vernetzung von Lebensräumen oder Entsiegelung (Schaffung von Retentionsflächen, Wiederherstellung der Bodenfunktion).

Und für Unternehmen im Stuttgarter Stadtgebiet gibt es das Stuttgarter Grünprogramm, das bis zu 70 % der Kosten für Begrünung von Dächern, Fassaden und Freiflächen übernimmt – einschließlich der Anlage von Blühflächen.

Praxisbeispiele für Biodiversitätsförderungen

Ein Ausschnitt aus dem Biodiversitätsbericht mit der Auswahl der Förderprogramme und Gesamtscore.

Bürokratische Hürden und Voraussetzungen

Die Hürden hängen stark vom Programm ab. Bei kommunalen Programmen wie dem Stuttgarter Grünprogramm sind die Anforderungen oft überschaubar, während bei Landes- oder Bundesprogrammen detaillierte Projektbeschreibungen, Kostenvoranschläge und teilweise Machbarkeitsstudien gefordert werden. Typische Voraussetzungen sind: Eigentum oder langfristiges Nutzungsrecht an der Fläche, klare Zieldefinition der Maßnahme und Einhaltung fachlicher Standards (z. B. Pflanzenauswahl).

Antragsprozess und Dauer

In der Regel stellt das Unternehmen selbst den Antrag – teilweise online, teilweise per Formular – ergänzt um Planungsunterlagen, Fotos und Kostenschätzungen. Die Bearbeitungszeit reicht je nach Fördertopf von wenigen Wochen (kommunal) bis zu mehreren Monaten (Bund/Land). Wichtig ist der Zeitpunkt des Antrags:

  • Beim Stuttgarter Grünprogramm darf die Maßnahme noch nicht begonnen sein
  • bei der Stiftung Naturschutzfonds gibt es feste Termine im Jahr, zu denen über Zuschüsse entschieden wird.

Unsere Tipps zur Nutzung der Förderprogramme

  • Frühzeitig prüfen, welche Fristen und Voraussetzungen gelten.
  • Bereits bei der Projektplanung Förderkriterien einbeziehen (z. B. heimische Pflanzenarten, Entsiegelung).
  • Programme kombinieren, wenn möglich (z. B. kommunale + Landesförderung).
  • Fachliche Begleitung einplanen, um die Erfolgschancen zu erhöhen

Der Nutzen von Förderprogrammen

Warum sind Förderprogramme gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit so wichtig? Investitionen in Nachhaltigkeitsthemen werden oft als erstes gekürzt, wenn das Budget knapp wird. Fördermittel bieten hier eine wertvolle Möglichkeit, Projekte zu realisieren, die ohne Unterstützung womöglich nicht umgesetzt werden könnten. Gerade für Nachhaltigkeitsbeauftragte sind diese Mittel ein wichtiger Impulsgeber, um wichtige Maßnahmen umzusetzen und gleichzeitig die finanziellen Ressourcen nicht über Gebühr zu belasten.

Viele Nachhaltigkeitsbeauftragte stehen jedoch vor der Herausforderung, Biodiversitätsmaßnahmen intern „verkaufen“ zu müssen. Das bedeutet, dass sie nicht nur die Bedeutung der Biodiversität und ihre Vorteile für das Unternehmen erklären, sondern auch eine wirtschaftliche Argumentation liefern müssen. Fördermittel können dabei eine große Hilfe sein, da sie eine konkrete finanzielle Unterstützung bieten und den Vorgesetzten das Thema so schmackhaft machen können.

Oftmals scheitert die Nutzung von Förderungen jedoch schon daran, den passenden Topf zu finden. Welches Programm passt am besten zu meinem Unternehmen und den geplanten Maßnahmen? Hier kommt es darauf an, die richtigen Fördermöglichkeiten zu identifizieren, um die eigenen Ressourcen nicht unnötig zu binden – und gleichzeitig Fristen, Antragsmodalitäten und mögliche Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Förderungen im Blick zu behalten.

Fazit

Förderprogramme sind kein Selbstläufer – wer sich frühzeitig informiert, Fristen einhält und Maßnahmen professionell plant, kann erhebliche finanzielle Unterstützung erhalten und zugleich Biodiversität sichtbar fördern.

Guter Rat ist teuer? Das muss gar nicht so sein.

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